Vorsorgeuntersuchungen

Vorsorgeuntersuchungen

Zu den primären Aufgaben jeden Arztes gehört es, Gesundheitsstörungen und Krankheiten zu diagnostizieren (erkennen?) und zu behandeln. Hier gilt für viele Erkrankungen, daß sie sich umso besser und erfolgreicher therapieren lassen, je früher sie entdeckt werden, ja teils sogar komplett verhinden lassen.
Ein eindrucksvolles Beispiel ist hier der Darmkrebs, der meist aus Polypen entsteht, welche im Rahmen einer Coloskopie im harmlosen Stadium entfernt werden können.
Dieser Vorteil läßt sich durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen erreichen. Die Basis stellen die von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angebotenen Untersuchungen dar.
Hierbei handelt es sich in der hausärztlichen Praxis um:

  • ab dem 36.Lebensjahr alle 2 Jahre: Gesundheitsuntersuchung, bestehend aus körperlicher Untersuchung, Bestimmung von Glucose und Gesamtcholesterin sowie Harnstreifentest)
  • ab dem 45. Lebensjahr zusätzlich: Tastuntersuchung der Prostata
  • ab dem 50. Lebensjahr: Tastuntersuchung des Enddarmes und Stuhltest zur Krebsvorsorge
  • ab dem 55. Lebensjahr: eine einmalige Darmspiegelung.
  • ab etwa dem 70. Lebensjahr: zweimal im Jahr eine hausärztlich-geriatrische Basisuntersuchung zur Früherkennung von dementiellen Entwicklungen.

Abhängig  von der individuellen Situation – hier spielen beispielsweise Ernährung, körperliche Aktivität, berufliche Situation und genetische Disposition eine wichtige Rolle – können auch häufigere, frühzeitigere oder weiterführende Untersuchungen sinnvoll sein.
Exemplarisch seien hier genannt:

  • Ultraschall der Bauchorgane (Leber, Galle, Nieren, Milz, Bauchspeicheldrüse, Bauchschlagader, Harnblase): zur Früherkennung von Organveränderungen und Tumoren;
  • Ultraschall der Halsschlagader: zur Früherkennung von Gefäßablagerungen (Arterioklerose), lokal und im ganzen Körper;
  • Belastungs-EKG: zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen;
  • Herzultraschall: zur Früherkennung von Funktionsstörungen durch Beurteilung von Herzmuskel und –klappen;
  • Großes Blutbild (Analyse von Blutkörperchen, Nieren-, Leber-, Bauchspeicheldrüsenwerten, Elektrolyten, Eiweiß, Immunglobulinen, Fettstoffwechsel, Entzündungsmarkern): zur individuellen Risikoabschätzung und zur Krankheitsfrüherkennung;
  • Schilddrüsenuntersuchung (Ultraschall der Schilddrüse und Bestimmung der Schilddrüsenhormone): zur Früherkennung von Schilddrüsenerkrankungen;
  • Lungenfunktionsuntersuchung: vor allem bei Rauchern zur Früherkennung der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD);
  • M2-PK-Test: verbesserter Stuhltest, weist Tumorantigene nach, zur Früherkennung von Darmpolypen oder –krebs; ersetzt keine Coloskopie;
  • PSA-Test: Tumormarker der Prostata, oft sinnvolle Ergänzung der Prostatauntersuchung durch Hausarzt oder Urologen.

Außerhalb der hausärztlich-internistischen Praxis sei an dieser Stelle auf die Notwendigkeit der regelmäßigen gynäkologischen Vorsorge und des Hautkrebsscreenings hingewiesen.